VERWACHSUNGSBAUCH
Schmerzen nach Bauchoperationen
Die Klinik im Film - Zu einem 3-min. Fernsehbeitrag über Schmerzbehandlungen gelangen Sie hier (einfach anklicken).
Ein Verwachsungsbauch bzw. eine Verwachsung kann auf drei verschiedene Arten zustande kommen:
1. Accretio: Verwachsung natürlich frei nebeneinander liegender Organe als Entzündungsfolge
2. Concretio: totale oder partielle flächenhafte Verwachsung benachbarter Häute
3. Adhäsion: entzündlich bedingte, flächenhafte oder strangförmige, nach Verklebung durch Fibrin entstandene, bindegewebige Verwachsung aneinanderliegender, Serosa- (= Hüllschicht) überzogener Organabschnitte
Der sog. Verwachsungsbauch geht mit chronischen Bauchschmerzen einher. Vorangegangen sind meist Bauchoperationen, in seltenen Fällen auch nur eine.
Behandlung bei Verwachsungsbauch bzw. bei Schmerzen nach Bauchoperationen: kontinuierliche epidurale (= rückenmarknahe) Blockade (siehe unten)
Akute (= frisch aufgetretene) Bauchschmerzen können vielerlei Ursachen haben. Meist gehen Sie von Organen des Bauchraumes aus (Magen, Darm, Galle, Bauchspeicheldrüse, Gebärmutter usw.).
Weitere relativ häufige Ursachen für chronische Bauchschmerzen bzw. Bauchoperationen:
Verbleiben Schmerzen nach Bauchoperationen (Verwachsungsbauch) trotz einer adäquaten, kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung, so sind schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt, die oft bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen sind, da sie sich nunmehr nach den Schmerzen und deren Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach der Ursache richten.
Schmerztherapie bei Verwachsungsbauch und anderen Bauchkrankheiten
Eine sehr hilfreiche und effektive Therapiemethode ist ist beim Verwachsungsbauch aus schmerztherapeutischer Sicht die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) (als Oberbegriff).
· Die einfachste diesbezügliche Methode ist eine wiederholte (stationär 2 x täglich, auch an Wochenenden über 10-14 Tage) Triggerpunktbehandlung mit einem lang wirkenden örtliche Betäubungsmittel. Dabei werden schmerzhafte Reizpunkte am Bauch infiltriert, wodurch es über die entsprechende Head Zone (= eine über das zugehörige Rückenmarksegment laufende Querverbindung zu dem zugeordneten inneren Organ) zu einer Entkrampfung und Durchblutungssteigerung im zugehörigen Darmabschnitt kommt.
·
Als nächst höhere Behandlungsstufe
ist die kontinuierliche epidurale
(=
rücken
mark
nahe)
Blockade mit Katheter* sehr
hilfreich.
Neben der erwünschten Unterbrechung der Schmerzreizleitung ist ein weiterer
nicht zu unterschätzender Vorteil, daß bei dieser Therapie, sozusagen als
Nebeneffekt, auch der Grenzstrang
(= paarige Nervenbahnen des unwillkürlichen
Nerven
systems neben der
Wirbelsäule) mit einbezogen wird, so daß es gleichzeitig zu einer erheblichen
Durchblutungssteigerung kommt, die jeder entzündlichen Schmerzursache
(so auch bei Morbus Krohn) kausal
(= auf die Ursache gerichtet)
entgegenwirkt.
Auch bei Verwachsungen ist die sympathikolytische
(= gefäßerweiternde und damit
durchblutungssteigernde) Nebenwirkung
hilfreich, indem die entstandenen, bradytrophen
(= mit vermindertem
Stoffwechsel einhergehenden)
Gewebsbereiche besser durchblutet werden und es dadurch zu einer Optimierung der
gestörten Mikrozirkulation kommt.
Wirkung und Ausmaß einer lumbalen (= den Lenden bereich betreffenden) epiduralen Blockade kann individuell mittels Lokalanästhetikamenge (= Betäubungsmittelmenge) und -konzentration so gesteuert werden, daß die Schmerzreize aus dem gesamten Bauchraum bei weitgehend erhaltener Motorik (= Muskel kraft) blockiert werden. Der Erhalt der Motorik hat den Vorteil, daß die Patienten sich unter dieser Therapie weiter frei bewegen können.
Bei der sog. kontinuierlichen epiduralen Blockade (= Betäubung) mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch vom Rücken her dicht an das Rückenmark eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine spezielle Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Bei technischer Beherrschung, adäquater Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der hygienischen Belange kann das Behandlungsrisiko als vertretbar eingestuft werden.
Bei einem tumorbedingten Verwachsungsbauch kann diese Blockademethode auch angewendet werden, allerdings wird man auf das örtliche Betäubungsmittel verzichten, da in diesem Falle eine gefässerweiternde Wirkung unerwünscht ist, weil diese eine weitere Streuung der Krebszellen begünstigt. Mit einer Morphin-Lösung läßt sich ebenfalls eine gute, schmerzstillende Wirkung erzielen.
Besteht ein schmerzhafter Verwachsungsbauch längerfristig, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
Wer
zahlt eigentlich eine erforderliche, stationäre Rehabilitationsbehandlung?
(Originaltext der Bundesregierung): "Die Krankenversicherung finanziert
Rehabilitationsleistungen, wenn diese erforderlich sind, um eine Kran
kheit zu erkennen, zu
heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Beschwerden zu lindern, sofern die
Erwerbsfähigkeit nicht erheblich gefährdet oder gemindert ist. Sie ist auch
zuständig, wenn es darum geht, einer drohenden Behinderung oder
Pflegebedürftigkeit vorzubeugen".
Hinzu kommt seit dem 1.4.2007, daß alle gesetzlich versicherte Personen einen
Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre
Rehabilitationseinrichtung jetzt sogar selbst aussuchenkönnen.
Die Rentenversicherungen sind demnach nur dann zuständig, wenn die "Behandlungen
der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit bzw. Wiedereingliederung ins
Berufsleben dienen". Wenn also Ihre Rentenversicherung in diesem Sinne laut
Bescheid keinen Handlungsbedarf sieht, dann ist Ihre Krankenkasse für die
Kostenübernahme der stationären Rehabilitation zuständig. - Die Originaltexte
finden Sie hier:
http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken).
An dieser Stelle wollen wir noch auf eine Selbsthilfegruppe aufmerksam machen: www.verwachsungsbauch-shg.de, es ist uns ein Anliegen, solche Organisationen zu fördern.
Wenn Sie eine genaue Anfahrtsbeschreibung ab Ihrem Wohnort wünschen, klicken sie hier.
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Aktualisiert: >10.02.2008</>kusb&
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